Tschernobyl 19.05.2018 (Teil 2)

Heute nehmen wir Euch mit in den Vergnügungspark von Prypjat, zum Reaktor 4 und nach Tschernobyl 2 zur Duga 3. Es gibt so viel zu sehen, zu fotografieren und zu filmen. Leider mit sehr wenig Zeit im Gepäck. Der Kopf war am Schluss ziemlich voll. Es wird seine Zeit dauern bis wir das Erlebte verarbeitet haben. Und wer weiss... vielleicht kehren wir eines Tages nochmal zurück zum Lost Place der uns sicher immer wieder überraschen würde.

 

07.06.2018

 


Tschernobyl 19.05.2018 (Teil 1)

Mittlerweile liegt unser Abenteuer auch schon wieder zwei Wochen zurück. Nicht nur Tschernobyl selbst ist sehr eindrücklich, sondern die Ukraine im Allgemeinen. Wir hätten nie gedacht mit so vielen Eindrücken zurück zu kommen.

 

Am 19.05.2018 machten wir uns auf dem Weg zu unserem Treffpunkt. Es war früh, um 6.15 Uhr klingelte unser Wecker. Wir sollten lange Sachen anziehen. Als wir auf dem Weg zum Unabhängigkeitsplatz waren, wussten wir irgendwie schon das es ein sehr warmer Tag wird. Wir liefen queer durch Kiew und fanden tatsächlich unseren Treffpunkt an dem ein kleiner Bus stand. Mit uns waren noch drei andere Gäste anwesend. Und dann ging es auch schon los. Die Fahrt war endlos. Über zwei Stunden zur ersten Sperrzone. Alle Wetter durchfuhren wir. Regen und Sonne im Wechsel. Was uns auffiel war die impulsante Natur und die immer dichter werdenen Wälder. Als wir unseren ersten Stop an einer Tankstelle einlegten, wurde uns zum ersten Mal vor Augen gehalten, wie kommerziell ein Ausflug nach Tschernobyl ist. Ein Bus nach dem anderen stand dort. Unzählige Touristen. Wir hatten keine Ahnung das es so viele Menschen gab, die unbedingt dorhin wollten. Wir hatten Glück eine kleine Gruppe zu haben. Am ersten Checkpoint wurden unsere Pässe kontrolliert. Die Strassen danach waren immer schlechter. Die Spannung stieg. Wir wurden immer nervöser. Dann.... der langersehnte Stop in Tschernobyl, welches noch in der 30 km Sperrzone liegt. Fast ausgestorben, aber dennoch irgendwie modern. Hier wohnen auch Menschen. Die Strahlenbelastung hier ist fast normal. Dann ging es weiter... die 10 km Sperrzone mit Pripyat rückte immer näher. Das Wetter war auf einmal sehr sonnig und warm. Die ersten Häuserruinen in den Wäldern tauchten auf. Wir fuhren in Pripyat ein. Ganz eingewachsen und verwildert lag es vor uns. Kleine Stops an der alten Schule, welche schon teilweise eingestürzt ist. Die Turnhalle.... Wohnblocks.... eine Musikschule.... das Cafe.... der Supermarkt... vorbei am Krankenhaus.... Leider ist es seid 2014 weitgehend verboten die Gebäude zu betreten, da die Einsturzgefahr einfach zu gross ist. Dementsprechend sehr enttäuschend für uns. Wir wären vor einigen Einblicken in die Gebäude schon nicht abgeneigt gewesen. Aber die Sicherheit ging vor. Alles im Schnelldurchlauf... die Strahlenbelastung ist einfach da und wir durften uns auch nicht zu lange aufhalten. An den Hotspots stieg der Wert weit über den Normbereich. Aber erst einmal genug zum ersten Bericht.... Der zweite folgt bald.

 

01.06.2018

 


Tschernobyl

26.04.1986....Ein Datum welches viele Menschen sicher nicht vergessen werden. Ein Datum welches viel Leid und Tragik in sich trägt. Aber auch Faszination und Mahnung. Ein Reaktorblock in der Nähe der Stadt Pripyat explodierte nach einem Sicherheitstestlauf. Radioaktivität gelangt in grossen Mengen in die Atmosphäre. Zwei Tage später die Evakuation der Stadt Pripyat und der umliegenden Dörfer. Tot von unzähligen Menschen, die freiwillig ihr Leben aufs Spiel setzten um die Tragik einzudämmen und Europa zu schützen. Heute, über 30 Jahre danach, unbewohnbar. Die Natur holt sich alles zurück. Gespenstisch liegt sie da. Die Sperrzone von Tschernobyl und Pripjat.

 

Die Lebensfroherinnen setzen sich gern mit der Geschichte der Menschen und Orte auseinander um viele Dinge besser verstehen zu können. Tschernobyl ist ein Ort, der uns magisch anzieht. Ein Ort welcher seid über 30 Jahren unbewohnbar ist und zerfällt. Ein Spielplatz für Fotografie und Gespür was sich hier zugetragen hat. Im Mai 2018 wird der ungewöhnliche Traum an diesen gespenstischen Ort zu reisen wahr. Ende Mai werden wir nach Kiew reisen um dort drei Tage zu bleiben und einen Tag davon in Tschernobyl zu verbringen. Wir freuen uns Foto- und Videomaterial zu sammeln und Euch dann hoffentlich zu repräsentieren.